Mensch & Gesellschaft

Supported Employment - "Was bringt's"?

Wenn Arbeiten aufgrund psychischer Beeinträchtigung nicht (mehr) oder nur eingeschränkt möglich ist, wird nicht nur für Betroffene vieles unklar, sondern für involvierte Fachpersonen gleichermassen. Besonders anspruchsvoll erweist sich die Integration in den 1. Arbeitsmarkt. In diesen Arbeitsintegrationsprozessen lassen sich je nach angewandtem Integrationsmodell und Haltungen der Integrationsverantwortlichen sowie Arbeitgebenden des allgemeinen Arbeitsmarktes förderliche oder hinderliche Bedingungen bezüglich möglicher nachhaltiger Arbeitssettings für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung im freien Arbeitsmarkt ableiten.

In dieser Arbeit werden förderliche und hinderliche Bedingungen hinsichtlich des Matchings von Arbeitnehmenden mit psychischer Beeinträchtigung und Arbeitgebenden des allgemeinen Arbeitsmarktes aufgezeigt. Anhand von Matching-Dimensionen wie Erfordernisse, Ressourcen, Möglichkeiten und Wünsche beider Seiten des hier beschriebenen Arbeitsbündnisses werden die unterschiedlichen Bedingungen von traditionellen Arbeitsintegrationsmodellen und dem Konzept Supported Employment dargestellt und diskutiert.

Hier liegt eine theoretisch geprägte, mit deduktiver Vorgehensweise und als Sekundärforschung aufgebaute Literaturarbeit vor. Mittels explikativem Ansatz werden entlang von zwei Thesen mit den Dimensionen Zeitpunkt der Integration in den 1. Arbeitsmarkt und Matching-Prozess (unter Berücksichtigung von Diversität von Unternehmen des 1. Arbeitsmarktes) die Brisanz, Praktiken, Fakten, Möglichkeiten und Visionen für Arbeitssettings psychisch beeinträchtigter Menschen im 1. Arbeitsmarkt aufgezeigt.

Die Ergebnisse der Untersuchung weisen entlang von förderlichen/hinderlichen Bedingungen zur Arbeitsintegration von Menschen mit psychischer Beeinträchtigung im 1. Arbeitsmarkt einen deutlichen Mehrwert von Supported Employment gegenüber traditionellen Arbeitsintegrationsmodellen auf. Dies darf jedoch nicht als Rückschluss gedeutet werden, dass traditionelle Arbeitsintegrationsformen ‚schlechter‘ sind als Supported Employment. Beide Konzepte erweisen sich als für die Arbeitsintegration bedeutend, wobei sich darin die besondere Herausforderung für Integrationsfachpersonen und involvierte Fachstellen abzeichnet, die Flexibilität in der Anwendung der untersuchten Konzepte professionell, klientelorientiert und ressourcensinnvoll einzusetzen.

Autor
Angelika Studer
Jahr
2017
Lehr- / Forschungsinstitut
FHS St.Gallen
Fakultät
Soziale Arbeit
Kategorie
Lizentiats-/Magister-/Masterarbeiten
Note
5.30

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